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Nachwuchspreis 2017 der Akademie für Ethik in der Medizin geht an Wissenschaftlerin der Universitätsmedizin Göttingen

Solveig Lena Hansen vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG ausgezeichnet für ihren Beitrag über die Bedeutung von Dystopien für die Bioethik. Der AEM-Nachwuchspreis ist mit 2.500 Euro dotiert.
Die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) hat Dr. Solveig Lena Hansen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), mit dem AEM-Nachwuchspreis 2017 ausgezeichnet. Die AEM würdigt ihre Arbeit zum Potential von Dystopien, d.h. von fiktionalen, in der Zukunft spielenden Erzählungen mit negativem Ausgang, für die Bioethik und bioethische Diskurse, die damit verbundenen methodologischen Überlegungen und praktischen Bezugspunkte für didaktische Ansätze und bioethische Reflexion. Der Nachwuchspreis der AEM wurde im Rahmen der Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin am 28. September 2017 in Hannover verliehen. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.
Den Vortrag der Preisträgerin zur feierlichen Verleihung finden Sie hier zum Download.


Der Beitrag: die Bedeutung von Dystopien für die Bioethik

Bioethische Themen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Solveig Lena Hansen ist überzeugt, dass Dystopien inhaltlich und methodisch einen Beitrag zur bioethischen Reflexion leisten können. In dem prämierten Beitrag mit dem Titel „Reflektiertes Überlegungsgleichgewicht mittels Dystopien: Methodische Einsichten für die Bioethik“ arbeitet sie fundiert und systematisch heraus, welches Potential Dystopien für die bioethische Forschung, für bioethische Diskurse und für die Lehre bieten. Dabei geht sie auch der Frage nach, wie die Auseinandersetzung mit Dystopien für die moralische Bedeutung der Sprache sensibilisieren kann.

Ausgangspunkt für Solveig Lena Hansens Überlegungen sind literarische Texte und die dort ausgeführten Dystopien. Anhand von Beispielen zeigt sie, wie Dystopien aus der Literatur ethische Reflexion anregen und die jeweilige Sprache eines Romans für die Verwendung von Begriffen sensibilisieren kann. Sie arbeitet heraus, wie moralische Überzeugungen die Dystopien motivieren und in Reflexions- und Begründungsverfahren einbezogen werden können.

Die methodologischen Überlegungen der Preisträgerin bieten praktische Bezugspunkte für didaktische Ansätze und für die öffentliche Auseinandersetzung und Reflexion mit bioethischen Themen.


Die PreisträgerIN

Dr. Solveig Lena Hansen
hat an der Universität Göttingen Komparatistik, Skandinavistik und Geschlechterforschung studiert. Ihre Promotion zu einem bioethischen Thema erfolgte an der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen. Diese trägt den Titel: „Alterität als kulturelle Herausforderung des Klonens. Eine Rekonstruktion bioethischer und literarischer Verhandlungen.“ Seit 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, UMG.


Die Akademie für Ethik in der Medizin ist eine interdisziplinäre und interprofessionelle Fachgesellschaft für Medizinethik. Sie fördert den öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs über ethische Fragen in der Medizin, den Heilberufen und im Gesundheitswesen. Der Nachwuchspreis der AEM ist mit 2.500 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus dem Gebiet der Ethik in der Medizin.