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Vorstellung der Kandidat*innen für die Vorstandswahl 2020


Die diesjährige Vorstandswahl der AEM fand als Briefwahl statt. Das Ergebnis wurde auf der Mitgliederversammlung im Rahmen der Online-Jahrestagung bekannt gegeben. Im Folgenden stellen sich die Kandidat*innen für die einzelnen Vorstandsämter mit ihren jeweiligen Anliegen und Zielen für die nächste Amtsperiode vor:

Georg Marckmann (Kandidat für das Amt des Präsidenten)

Annette Riedel (Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin)

Gerald Neitzke (Kandidat für das Amt des Schriftführers)

Silke Schicktanz (Kandidatin für das Amt der Schatzmeisterin)

Susanne Beck, Ralf Stoecker, Eva Winkler (Kandidat*innen für das Amt der Beisitzenden)

Kandidat für das Amt des Präsidenten


Prof. Dr. Georg Marckmann, MPH
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Ludwig-Maximilians-Universität München

Kurzlebenslauf:

Studium der Medizin und Philosophie an der Universität Tübingen sowie Public-Health an der Harvard Universität. 1998-2010 Mitarbeiter am Tübinger Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, seit 2010 Leiter des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der LMU München. Seit 2012 Präsident der Akademie für Ethik in der Medizin.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Forschungsschwerpunkte:

Philosophische Grundlagen der Medizinethik, Ethikberatung im Gesundheitswesen, Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen, Allokationsethik, Public Health Ethik, Ethische Fragen der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Statement:

Gerne würde ich mich für weitere 2 Jahre als Präsident der AEM dafür einsetzen, die Ethik in der Medizin in der ganzen Breite zu fördern und die in Praxis, Lehre und Forschung tätigen Menschen effektiv zu unterstützen. Die AEM ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und hat durch die vielfältigen Aktivitäten ihrer Mitglieder wesentlich zu einer ethisch reflektierten Praxis im Gesundheitswesen beigetragen. In der „Corona-Krise“ war die AEM mit verschiedenen Initiativen und Stellungnahmen an der Bewältigung der ethischen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie beteiligt. Diese aktive Rolle der AEM bei aktuellen ethischen Fragen im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit würde ich gerne in Zukunft weiter stärken. Darüber hinaus liegt mir die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen am Herzen, stellt sie doch eine unverzichtbare Voraussetzung für eine effektive „Ethikarbeit“ im Gesundheitswesen dar. Fortsetzen möchte ich unsere Bemühungen zur Qualitätssicherung in der ethischen Beratung und zur Stärkung der Ethik in der Medizin als akademisches Fach an den Universitäten.

Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin


Prof. Dr. Annette Riedel
Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege
Hochschule Esslingen

Kurzlebenslauf:

Altenpflegerin, Studium der Gerontologie (Universitäten Vechta/Heidelberg) und Master in Palliative Care (Universität Freiburg); seit 2008 Professorin an der Hochschule Esslingen mit den Lehrschwerpunkten Pflegewissenschaft und Ethik; seit Juni 2020 Mitglied im Deutschen Ethikrat, seit 2012 im Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin; seit 2016 Vizepräsidentin.

Forschungsschwerpunkte:

Pflegeethik, Ethische Entscheidungen im Gesundheitswesen, Versorgung am Lebensende/Palliative Care

Statement:

Gerne würde ich mich für weitere zwei Jahre als Vizepräsidentin der AEM dafür einsetzen, dass die Themen der Pflege auch zukünftig im Blick bleiben oder gar noch stärker in den Blick rücken. Diesbezüglich wurde bereits viel erreicht, so zum Beispiel die Bildung einer zweiten AG Pflege und Ethik, die es ermöglicht, weitere interessierte Pflegende einzubinden, ergänzend und im regen Austausch mit der seit vielen Jahren bestehenden ersten AG Ethik und Pflege. Diese beiden AGs haben jüngst gemeinsam ein „Diskussionspapier zur pflegeethischen Reflexion der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie“ auf den Weg gebracht. Diese Initiative hat gezeigt, dass wir Pflegenden in der AEM zeitnah eine gemeinsame Positionierung erarbeiten und verbreiten können. Auch zukünftig ist es mir ein Anliegen, gemeinsam mit den Pflegenden in der AEM, aktuelle Themen aufzugreifen. Die Beteiligung der AEM an der Konzeption und Realisierung des Pflegeethikkongresses in Wien (im Frühjahr 2020) bildete hierfür ebenfalls einen gelungenen Rahmen. Dem Vorstand der AEM sind die Themen der Pflege wichtig. Meinen Auftrag sehe ich darin, pflegeethisch bedeutsame Themen konsequent einzubringen und angemessene Formen der Bearbeitung anzuregen.

Kandidat für das Amt des Schriftführers


Dr. Gerald Neitzke
Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin
Medizinische Hochschule Hannover

Kurzlebenslauf:

Nach einem Studium der Medizin und Philosophie Tätigkeit als Arzt im Krankenhaus; ab 1996 Aufbau des Schwerpunktes Medizinethik in Forschung und Lehre am Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH); 2013-2020 kommissarische Leitung des Instituts; seit 2000 Vorsitzender des KEK der MHH.

Forschungsschwerpunkte:

Klinische Ethik; Strukturen und Methoden der klinischen Ethikberatung; Ethik am Lebensende; Ethik in der Intensivmedizin; Ethik lehren und lernen; Public Health Ethik.

Statement:

Ich gehöre seit 2012 dem Vorstand der AEM an. Ich habe in dieser Zeit erlebt, welchen Einfluss die AEM an unterschiedlichen Stellen auf gesellschaftliche Diskurse haben kann. Ich möchte mich deshalb gern weiter persönlich im Vorstand dafür einsetzen,

  • dass medizinische, pflegerische, aber auch juristische und gesundheitspolitische Prozesse so gut wie möglich ethisch informiert ablaufen; 
  • dass die Qualifizierung von Menschen im Bereich der Ethikberatung fortgeführt wird und Anerkennung im Gesundheitswesen findet;
  • dass alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen qualifizierten Ethikunterricht erhalten, um das Anliegen einer moralischen (Selbst-)Reflexion in ihre jeweiligen Arbeitsbereiche zu tragen;
  • dass im Rahmen der moralischen Urteilsbildung und klinischen Entscheidungsfindung alle Beteiligten auf Augenhöhe zusammenwirken.

Kandidatin für das Amt der Schatzmeisterin:


Prof. Dr. Silke Schicktanz
Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin
Universitätsmedizin Göttingen

Kurzlebenslauf:

Studium der Biologie und Philosophie sowie Promotion zum Dr. rer.nat in ‚Ethik in Lebenswissenschaften‘ in Tübingen, danach wiss. Mitarbeiterin am Deutschen Hygiene Museum Dresden, Max-Delbrück-Centrum Berlin-Buch & Uni Münster, Juniorprofessorin Geschichte, Theorie, Ethik in Göttingen (2006-2009), seit 2010 Professorin und Arbeitsgruppenleiterin an der UMG, 2001 Nachwuchspreis der AEM, seit 2012 im Vorstand der AEM.

Forschungsschwerpunkte:

Kulturvergleichende Bioethik, Politische Ethik und Partizipationsforschung, Ethik der Demenzforschung, Organtransplantation, Genomik, KI in Medizin und Pflege.

Statement:

Die Mitarbeit im Vorstand der AEM würde ich gerne fortsetzen, um mich weiterhin im Besonderen für die Förderung und Unterstützung von jungen Wissenschaftler*innen aus allen Disziplinen in der AEM einzusetzen. In den letzten Amtsperioden war ich aktiv an Workshops für Doktoranden- und Postdoktoranden beteiligt und organisiere die jährliche Schreibwerkstatt mit Alfred Simon. In meinem Engagement für die AEM geht es mir um den Ausbau der Interdisziplinarität auf allen Ebenen (Mitgliederzusammensetzungen, Veranstaltung, Angebote).  2019 habe ich zusammen mit meinem Team die Jahrestagung der AEM organisiert und versucht, hier alle für die Medizinethik wichtigen Disziplinen direkt und aktiv einzubinden. An dieser Zielsetzung würde ich gerne weiter mitwirken. Weiterhin finde ich es wichtig, dass die AEM eine für alle offene, transparente und partizipative gestaltete Fachgesellschaft ist. Hierfür setze ich mich im Vorstrand immer wieder mit Ideen und Vorschlägen aktiv und erfolgreich ein. 

Kandidatin für das Amt einer Beisitzenden


Prof. Dr. Susanne Beck, LL.M. (LSE)
Kriminalwissenschaftliches Institut
Leibniz Universität Hannover

Kurzlebenslauf:

Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Würzburg und der London School of Economics. Promotion am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (Tübingen), betreut von Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Universität Würzburg); nach einem Semester als Assistenzprofessorin in China Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Würzburg (2008-2013); seit 2013 Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie in Hannover.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Forschungsschwerpunkte:

Strafrecht und moderne Technologien, Medizinstrafrecht, Ethik und Recht und ihr Verhältnis bei der Bewältigung aktueller Gesellschaftsfragen, Strafrechtsvergleichung, Rechtstheorie.

Statement:

Über die Möglichkeit, im Vorstand der AEM die juristische Perspektive zu vertreten, würde ich mich außerordentlich freuen. Schon seit Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit begeistert mich gerade die interdisziplinäre Forschung zu medizinischen Themen, insbesondere aktuell relevanten Fragestellungen, aber auch zu grundlegenden medizinrechtlichen Aspekten, derzeit vor allem, aber nicht nur, mit Blick auf moderne Technologien, die gerade auch in der Medizin eingesetzt werden sollen. Als Rechtswissenschaftlerin möchte ich in der AEM gerne dazu beitragen, den ein oder anderen medizinethischen Aspekt rechtspolitisch einzuhegen, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen weiterhin zu stärken, sowie die rechtlichen Grenzen bestimmter pflegender, medizinischer oder forschender Tätigkeit immer wieder kritisch zu hinterfragen. Dazu bedarf ich als Juristin die Einblicke aus der Praxis, die Erkenntnisse aus anderen Fachbereichen und die Auseinandersetzung mit der breiten Öffentlichkeit. Die AEM ist ein Ort, wo sich das alles finden lässt und ich würde dies sehr gern nicht nur für mich als Mitglied des Vorstands nutzen, sondern hoffe sehr, dass ich auf diese Weise die anderen Mitglieder durch meine Expertise und Beiträge bereichern kann.

Kandidat für das Amt eines Beisitzenden


Prof. Dr. Ralf Stoecker
Professur für Praktische Philosophie
Universität Bielefeld

Kurzlebenslauf:

Philosophiestudium in Hamburg, Heidelberg und Bielefeld; Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitation in Bielefeld; 2005-2013 Professor für Angewandte Ethik, Potsdam; seit 2013 Professor für Praktische Philosophie, Bielefeld. Mitglied in der Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung und des Fachkollegiums Philosophie der DFG.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Forschungsschwerpunkte:

Angewandte und theoretische Ethik, insbesondere mit den Themen: medizinische Ethik, Leben und Tod, Personalität, Menschenwürde, Verantwortung.

Statement:

Wieso ist es so schwierig, eine so einfache Frage zu beantworten wie die, ob Menschen, deren Gehirn abgestorben ist, schon tot sind oder noch nicht? Und was hat überhaupt die Philosophie damit zu tun? – Diese Fragen standen 1992 am Anfang meiner Beschäftigung mit der medizinischen Ethik. Ich hatte mich davor ziemlich intensiv mit theoretischer Philosophie, vor allem mit dem Verhältnis von Leib und Seele beschäftigt. Nun begann mein Einstieg in die medizinische Ethik. Außer mit dem Lebensende habe ich mich u.a. auch dem Lebensanfang, der Psychiatrie, der klinischen und Pflegeethik, Autonomie und Menschenwürde gewidmet. Seit 2018 bin ich Mitglied im Vorstand der AEM, wo ich seit vielen Jahren an der Organisation des Adventsworkshops für den wissenschaftlichen Nachwuchs beteiligt bin und 2016 die Jahrestagung zum Thema Menschenwürde ausgerichtet habe.

Die Arbeit im Vorstand hat mir immer viel Spaß gemacht. Trotzdem habe ich mich als „ältestes“ Vorstandsmitglied natürlich gefragt, ob es nicht an der Zeit wäre, aufzuhören. Doch dann kamen in den letzten Monaten so viele neue, schwierige, aber auch spannende Herausforderungen auf die AEM und insbesondere den Vorstand zu, dass ich gemerkt habe, dass ich gerne noch ein Stück weit mitmachen würde. Deshalb kandidiere ich wieder für den Posten eines Beisitzers

Kandidatin für das Amt einer Beisitzenden


Prof. Dr. Dr. Eva Winkler
Sektion für Translationale Medizinethik
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Universität Heidelberg

Kurzlebenslauf:

Studium der Medizin und Philosophie an den Universitäten Heidelberg, FU Berlin, Basel und Harvard (2002-04); Promotion in der Krebsforschung 1999 am DKFZ, 2010 in Medizin-und Gesundheitsethik an der Universität Basel (scl). Seit 2011 am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Oberärztin und Arbeitsgruppenleiterin „Ethik und Patientenorientierung in der Onkologie“. 2019 Heisenbergprofessur und Sektionsleitung für Translationale Medizinethik und Sprecherin der interdisziplinären Forschergruppe EURAT.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Forschungsschwerpunkte:

Ethische Fragen an der Schnittstelle zwischen Forschung und Klinik (Translation, Big Data, Genomsequenzierung, Genomeditierung; Heilversuche und off-label use); Klinische Ethik mit Entscheidungen am Lebensende und ethische Fragen des Gesundheitssystems (individuelle finanzielle Belastung, Ökonomisierung, Zugangsgerechtigkeit.

Statement:

Wie in der letzten Amtsperiode möchte ich zum einen weiter meinen Beitrag leisten, dass die AEM wahrgenommen wird und mit guten Gründen beiträgt zum ethischem Orientierungsbedarf – das gilt für die akuten Stellungnahmen auf der Homepage gerade im Rahmen der Covid19-Pandemie, aber auch in der stetigen Vertretung der AEM in den S3 Leitliniengruppen der AWMF. Meine Funktion sehe ich auch als weiterhin tätige Onkologin im Brückenschlag zwischen medizinischer Praxis und medizinethischer Theorie. Zum anderen sind mir die Veranstaltungen wichtig, in denen der medizinethische Nachwuchs gefördert und sichtbar wird – allen voran die junge Medizinethik, aber auch im Rahmen der Jahrestagung.


Kontakt


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